Ausbildung zum Therapiebegleithund

Was macht einen Therapiebegleithund zu einem solchen? Als erstes muss dieser vom Assistenzhund klar unterschieden werden. Assistenzhunde leben bei Menschen mit Einschränkungen um diesen den Alltag zu erleichtern, während ein Therapiebegleithund, unterstützt von seiner Besitzerin/ seinem Besitzer, bei therapeutischer Arbeit anwesend ist, um diese positiv zu unterstützen. Dies kann zum Beispiel in Therapiezentren, Krankenhäusern oder Altenheimen erfolgen. Die Anwesenheit eines Hundes hat nachweislich fördernden Einfluss auf soziale, psychologische, kognitive oder motorische Einschränkungen der Patienten, was ihn zu einem essentiellen Teil der tiergestützen Therapie macht. Diese kommt interdisziplinär in vielen Bereichen zum Einsatz, von der Ergotherapie bis zur Psychiatrie und Physiotherapie.

Die Therapiebegleithund Ausbildung zielt sowohl auf den Vierbeiner als auch auf den dazugehörigen Zweibeiner ab. Oft kommen diese aus dem Bereich der Pflege, der Pädagogik oder der Medizin. Ein Mindestalter von 18 Jahren beim Hundeführer und 24 Monaten beim Hund sind Grundvoraussetzung. Außerdem muss das Tier eine gültige Haftpflichtversicherung besitzen, darf keine Merkmale von Qualzuchten aufweisen und muss selbstverständlich gesund sein. Bezüglich Größe oder Rasse gibt es hier keine weiteren Einschränkungen. Die Hundeführerin/ der Hundeführer sollte über eine ausgeprägte soziale Ader verfügen und im Umgang mit Mensch und Tier viel Einfühlungsvermögen und Geduld zeigen. 

Inhaltlich gliedert sich die Ausbildung in mehrere Blöcke, beginnend mit dem allgemeinen, theoretischen Teil. Hier werden die Anatomie und Physiologie des Hundes thematisiert, ebenso wie Tierschutz und der rechtliche Rahmen. Fundiertes Wissen über Verhaltensforschung, Hundeerziehung, Entwicklungsphasen und Clickertraining wird den Auszubildenden näher gebracht.  

Im praktischen Teil folgt dann die Vertiefung und Umsetzung des zuvor erlernten. Diese schließt mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung ab.  Je nachdem in welchem Land die Therapiebegleithund Ausbildung absolviert wird, gibt es unterschiedliche Verbände, die diese durchführen. 

Die Beurteilung des Hundes erfolgt nach standardisierten Kriterien. Das Verhalten gegenüber Artgenossen wird ebenso geprüft, wie das gegenüber dem Menschen. Bei Hundebegegnungen darf kein aggressives Verhalten gezeigt werden und das Tier muss locker an der Leine zu führen sein. Futter und Spielzeug muss jederzeit abgegeben werden und das Tier muss auch in unerwarteten Situationen immer ansprechbar bleiben und Kommandos befolgen.  

Im Bezug auf das Verhalten gegenüber Menschen wird der Therapiebegleithund einer Reihe verschiedener Situationen ausgesetzt. Das Tier muss sich bei Hilfsmitteln wie Krücken oder einem Rollstuhl neutral verhalten. Ebenso muss ein Umarmen und Übersteigen des liegenden Hundes möglich sein, ohne diesen in eine Stresssituation zu bringen.   

Beurteilt wird in allen Situationen auch immer das Zusammenspiel von Hundeführer/in und Hund, denn ausgebildet wird immer ein Therapiebegleithundeteam. Bei der tiergestützten Therapie handelt es sich definitiv um ein Zukunftsfeld, welches stetig wachsen wird.


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